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Über die liturgische Ausstattung des Kirchenraumes

Die liturgische Ausstattung des neuen Kirchenraumes im Gemeindezentrum Christ-König, Eschborn
Dem Wunsch der Gemeinde entsprechend finden sich in der Kirche neben der neugestalteten Ausstattung auch liturgische Einrichtungsstücke aus der alten Kirche bzw. Kapelle. Raumbestimmend sowohl für den kleineren abgetrennten als auch für den großen gesamten Kirchenraum ist die zentrale Stellung des Altares, um den sich die Gemeinde von allen Seiten versammelt. Der Altar wächst gewissermaßen aus einer kreisrunden Natursteinfläche heraus, die in acht großformatige Platten gegliedert ist. Die quadratische, geschliffene Mensa wird getragen von einem zylindrischen, grob gespitzten Stipes, in den das Reliquiengrab eingearbeitet ist. Es ist mit einer kleinen Steinplatte verschlossen. Als Natursteinmaterial wurde Sellenberger Muschelkalk ausgewählt. Seitlich davon steht in einem der Kreissegmente der Ambo. Er besteht aus einer ebenfalls gespitzten, runden Steinstele mit einem eingesteckten Doppelpult aus gebeiztem Stahl. So ist er wie der Altar in zwei Richtungen nutzbar (ausgerichtet sowohl auf die kleine Gottesdienstgemeinde als auch auf die große Versammlung). Die jeweils freie Pultseite kann als Auslage des Evangeliars nach der Verkündigung dienen. Auf der gegenüberliegenden Seite steckt in einer Bodenhülse das Vortragekreuz aus der alten Kirche. Es wurde überarbeitet und mit einem neuen Tragestab aus gebeiztem Stahl ausgestattet. Durch Dachfenster im Firstbereich fällt gezielt Licht auf die Altarinsel und betont so diesen wichtigen Ort. Die Trennwand zwischen den beiden Raumteilen wölbt sich in der Mitte halbkreisförmig zum größeren Saal hin. So entsteht in der kleinen Kirche eine Art Apsis, die den Raum zusätzlich akzentuiert. Im Saal deutet die Wölbung auf das „Besondere“ des dahinter liegenden Raumes hin. Zwischen Eingangstür und Altarinsel liegt im Boden eingelassen ein weiteres Segment aus Naturstein. Hier befindet sich das Taufbecken, das auch als Weihwasserbecken beim Eintreten in die Kirche dient. In Material und Formensprache entspricht es Altar und Ambo. Eine eingearbeitete Keramikschale verhindert Undichtigkeit und mögliche Folgeschäden am Steinmaterial. Ebenfalls auf diesem Bodensegment ist der aus Stahl gefertigte Osterkerzenleuchter aufgestellt. Die Osterkerze hat so Bezug sowohl zum Taufort (bei Tauffeiern) als auch zum Altarbereich (in der Osterzeit und bei Messen für Verstorbene / s. Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen, Handreichung der Liturgiekommission der deutschen Bischofskonferenz, S.33). An der Stirnwand unter der Empore hängt rechts ein gekantetes Stahlelement, das den vorhandenen Tabernakel aus der Kapelle im alten Gemeindezentrum aufnimmt. Oben ist eine Ewig-Licht-Ampel eingehängt, unter dem Tabernakel gibt es eine Abstellfläche. Die Marienfigur (auch aus der alten Kapelle) hat ihren neuen Platz links an der Emporenwand beim Eingang. Die weiß lackierte Wandkonsole bietet die Möglichkeit, neben der Figur Opferkerzen einzustellen.


Die Giebelwand oberhalb der Empore wird von einem großen Lichtkreuz dominiert. Davor ist eine aus Echtantik-Gläsern gestaltete Scheibe gehängt, die das Motiv einer Krone zeigt, ein Hinweis auf das Patrozinium Christ-König. Der Tod ist überwunden, das Kreuz wird zum Siegeszeichen. Ebenso sind in die tiefen Nischen der 7 kleinen Fenster im Kirchenraum Glasbilder montiert. Sie zeigen in abstrahierter Form und Schrift die 7 leiblichen Werke der Barmherzigkeit. Zwischen den Fenstern sind die 12 Apostelkreuze aus der alten Kapelle angebracht. Sie dienen nun auch in der neuen Kirche als Weihekreuze. Zum Schluss danke ich den Gremien für die gute, konstruktive Zusammenarbeit und wünsche allen Gottes Segen für ein lebendiges Gemeindeleben.


Hans Rams, Bildhauer